Selbstladeflinten für dynamisches Schießen erklärt

Für dynamische Flintendisziplinen wie IPSC Shotgun brauchst du eine Selbstladeflinte, die zuverlässig durchlädt, sich schnell nachladen lässt und genügend Patronen im Magazinrohr aufnimmt. Die Benelli M2 SP ist dafür ab Werk mit langem Magazinrohr konfiguriert, die Beretta 1301 Tactical ist kurz, arbeitet mit Gasdruck und lässt sich mit einer Original-Verlängerung ausbauen. Auf der Jagd gilt dagegen eine feste Grenze: Beim Schuss auf Wild darf eine Selbstladeflinte insgesamt mit höchstens drei Patronen geladen sein.
Anforderungen und Ladesysteme
In dynamischen Disziplinen wechselst du zwischen Positionen, schießt auf mehrere Ziele und lädst unter Zeitdruck nach. Daraus ergeben sich drei Anforderungen: ein Ladesystem, das mit deiner Sportmunition sicher arbeitet, große und gut erreichbare Bedienelemente und eine Kapazität, die zu den Regeln deiner Division passt. Welche Kapazität, Visierung und Umbauten zulässig sind, legt das Regelwerk des Verbands fest, über den du startest.
Benelli setzt bei der M2 auf das Inertia Driven System, einen Trägheitsverschluss, der den Rückstoß für den Ladevorgang nutzt. Der Hersteller hebt die einfache Konstruktion und die leichte Wartung hervor. Die Beretta 1301 ist dagegen ein Gasdrucklader mit Gaskolben; in den Produktdaten heißt das System B-Link. Ein Gasdrucklader bezieht seine Energie aus den Pulvergasen, deshalb gehört bei der 1301 die Reinigung des Gassystems zur regelmäßigen Pflege.
Benelli M2 SP: ab Werk für den Wettkampf
Die Benelli M2 SP (Speed Performance) ist laut Benelli mit Unterstützung von Weltmeistern im praktischen Flintenschießen entstanden und für IPSC-Wettbewerbe in der Standard Division gedacht. Typisch sind die lange rote Verlängerung des Magazinrohrs, ein großer rohrförmiger Ladehebel, ein großer roter Verschlussfangknopf, ein langes Leuchtkorn und ein eigener Choke.
Die technischen Daten laut Benelli: Kaliber 12 mit 76-mm-Patronenlager, Läufe mit 61 oder 65 cm, Magazinrohr für 10 Patronen 12/70 oder 9 Patronen 12/76, Gewicht rund 3250 g mit 65-cm-Lauf. Schaft und Vorderschaft bestehen aus Technopolymer. Die Schaftlänge von 365 mm lässt sich mit einer kurzen oder langen Schaftkappe auf 355 oder 375 mm ändern, die Senkung passt du mit dem mitgelieferten Satz an, die Schränkung ist für Links- und Rechtsschützen variabel.
Beretta 1301 Tactical: kurz und optikbereit
Die Beretta 1301 Tactical FDE ist die kurze Ausführung der 1301-Familie. Laut Produktdaten hat sie eine verstellbare Ghost-Ring-Kimme mit wechselbarem Korn. Unsere Ausführung in Flat Dark Earth hat laut Produktdaten einen 47-cm-Lauf, 960 mm Gesamtlänge, rund 3 kg Gewicht, ein Patronenlager 12/76 und eine Picatinny-Schiene auf dem Gehäuse, auf die du ein Rotpunktvisier setzt. Vergrößerter Ladehebel und Verschlussfanghebel sollen das Nachladen unter Zeitdruck erleichtern.
Der kurze Lauf macht die 1301 Tactical handlich, was beim Bewegen zwischen Positionen hilft. Ein längerer Lauf wie bei der M2 SP verlagert dagegen mehr Gewicht nach vorn und schwingt ruhiger.
Magazinverlängerung und gesetzliche Grenze
Für die 1301 Tactical und die 1301 Competition bietet Beretta eine Original-Magazinverlängerung um zwei Schuss an. Bei uns findest du sie als Beretta Magazinverlängerung +2 Schuss für 1301 Tactical und Competition. Wie viele Patronen danach tatsächlich ins Rohr passen, hängt von der Hülsenlänge ab: 76-mm-Patronen brauchen mehr Platz als 70-mm-Patronen.
Bevor du verlängerst, prüfst du die Gesamtkapazität. Halbautomatische Langwaffen für Zentralfeuermunition, deren eingebautes Magazin mehr als zehn Patronen aufnimmt, sind nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.7 WaffG verboten. Maßgeblich ist das kleinste Kaliber, das nach Herstellerangabe bestimmungsgemäß verwendet werden kann. Zusätzlich gelten die Kapazitätsregeln deines Sportverbands.
Beide Flinten im Vergleich
| Merkmal | Benelli M2 SP | Beretta 1301 Tactical |
|---|---|---|
| Ladesystem | Trägheitsverschluss (Inertia Driven System) | Gasdrucklader (B-Link) |
| Kaliber | 12, Patronenlager 76 mm | 12/76 |
| Lauflänge | 61 oder 65 cm | 47 cm |
| Magazin | 10 Patronen 12/70 oder 9 Patronen 12/76 | mit Original-Verlängerung um 2 Schuss erweiterbar |
| Gewicht | ca. 3250 g (65-cm-Lauf) | ca. 3000 g |
| Visierung | langes Leuchtkorn | Ghost-Ring-Kimme, wechselbares Korn, Picatinny-Schiene |
Angaben zur M2 SP laut Benelli, zur 1301 Tactical laut Produktdaten.
Erwerb und Jagd: Was rechtlich gilt
Als Sportschütze erwirbst du eine Selbstladeflinte mit einer Erlaubnis, die dir die Behörde als neue Waffenbesitzkarte oder als Eintrag in deiner vorhandenen Waffenbesitzkarte erteilt (§ 10 Abs. 1 WaffG). Zum Zweck des sportlichen Schießens gibt es sie nach § 14 Abs. 1 WaffG erst mit vollendetem 21. Lebensjahr; die Ausnahme für Einzellader-Flinten gilt für Selbstlader nicht. Dein Bedürfnis belegst du über eine Bescheinigung deines Schießsportverbands; dazu zählt etwa, dass die Sportordnung die Flinte für eine Disziplin zulässt und sie dafür erforderlich ist (§ 14 Abs. 3 WaffG). Wer einen Jahresjagdschein hat, erwirbt jagdlich nicht verbotene Langwaffen ohne vorherige Erlaubnis und beantragt die Waffenbesitzkarte innerhalb von zwei Wochen (§ 13 Abs. 3 WaffG). Abgegeben wird die Flinte in jedem Fall nur an Volljährige mit Erwerbsberechtigung, versendet nur innerhalb Deutschlands.
Führst du die Flinte auch auf der Jagd, beachte § 19 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe c BJagdG: Verboten ist, mit halbautomatischen Langwaffen, die mit insgesamt mehr als drei Patronen geladen sind, auf Wild zu schießen. Eine verlängerte Flinte lädst du für die Jagd also mit höchstens drei Patronen, gleichgültig, wie viele ins Magazinrohr passen würden. Die Länder können die Verbote des § 19 erweitern oder aus besonderen Gründen einschränken (§ 19 Abs. 2 BJagdG), deshalb prüfst du zusätzlich das Landesjagdgesetz deines Bundeslands.
Häufige Fragen
Wie viele Patronen fasst die M2 SP?
Laut Benelli nimmt das Magazinrohr 10 Patronen 12/70 oder 9 Patronen 12/76 auf.
Darf ich die 1301 mit Verlängerung auf der Jagd führen?
Das Bundesjagdgesetz verbietet nicht die Verlängerung, sondern den Schuss auf Wild mit einer halbautomatischen Langwaffe, die mit insgesamt mehr als drei Patronen geladen ist (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 c BJagdG). Landesrechtliche Abweichungen sind möglich, deshalb prüfst du zusätzlich das Landesjagdgesetz.
Kann ich auf die 1301 Tactical ein Rotpunktvisier setzen?
Ja. Sie hat eine Picatinny-Schiene auf dem Gehäuse. Die Ghost-Ring-Visierung bleibt als offene Visierung erhalten.
Fazit
Die Benelli M2 SP ist ab Werk auf den Wettkampf zugeschnitten, die Beretta 1301 Tactical ist kurz, gasbetrieben, mit Schiene ausgestattet und lässt sich mit der Original-Verlängerung ausbauen. Für beide gilt: Kapazitätsgrenzen des Waffengesetzes und deines Verbands vor dem Umbau prüfen und auf der Jagd nie mehr als drei Patronen laden. In unserem Ladengeschäft in Kronberg im Taunus beraten wir dich zu Anschlag und Bedienung, und du holst deine Flinte nach Prüfung der Erwerbsberechtigung dort ab. Weitere Modelle zeigen die Kategorien Flinten und Langwaffen.

