Revolver- und Unterhebelpatronen: .38 Special bis .45-70

Für Revolver und Unterhebelrepetierer in .38 Special, .357 Magnum und .44 Magnum eignen sich Bleigeschosse gut für den Schießstand, für die .45-70 Government führen wir ein schweres Teilmantelgeschoss. Die Marlin 1894 in .357 Magnum verschießt laut Hersteller auch .38 Special. Im Röhrenmagazin einer Unterhebelbüchse kommt es zusätzlich auf die Form der Geschossspitze an.
Bleirundkopf und Semi-Wadcutter: zwei Geschossformen
Die Kürzel auf der Schachtel beschreiben die Form des Geschosses. LRN steht für Lead Round Nose, ein Bleigeschoss mit runder Spitze. Die Fiocchi .38 Special LRN TFL mit 158 grs ist so eine klassische Revolverladung. Laut unseren Produktdaten ist sie ohne +P im Standarddruck geladen, das ergibt einen weichen, gut kontrollierbaren Schuss für ruhige Präzisionsserien.
LSWC steht für Lead Semi-Wadcutter. Das Geschoss hat eine abgeflachte Front und eine scharfkantige Schulter, die ein sauber gestanztes Loch in die Scheibe schneidet. So lassen sich Treffer an der Ringgrenze leichter auswerten. Die Fiocchi .44 Rem. Magnum LSWC TFL mit 200 grs ist nach unseren Produktdaten eine Sportladung mit rund 390 m/s und etwa 986 J.
Beide Fiocchi-Patronen tragen den Zusatz TFL. Nach unseren Produktdaten bezeichnet er eine Gleitbeschichtung auf dem Bleigeschoss, die die Verbleiung im Lauf verringern soll. Ganz ohne Rückstände geht es mit Blei trotzdem nicht: Nach dem Schießen reinigst du Lauf und Trommel gründlicher als nach Mantelgeschossen.
.38 Special aus der .357 Magnum
Ob eine Waffe mehr als eine Patrone verträgt, entscheidet der Hersteller. Marlin schreibt in der Bedienungsanleitung zur Modellreihe 1894 ausdrücklich, dass Büchsen in .357 Magnum auch mit .38 Special und .38 Special +P kompatibel sind. Umgekehrt gilt das nicht: Eine .357 Magnum gehört nicht in eine Waffe, die nur für .38 Special eingerichtet ist.
Im Röhrenmagazin bringt die kürzere Patrone sogar einen Schuss mehr unter. Die Marlin 1894 Classic in .357 Magnum nimmt laut Produktdaten neun .357-Magnum-Patronen oder zehn .38 Special auf, der kompakte Marlin 1894 Trapper 8 beziehungsweise 9. Einen Punkt solltest du im Blick behalten: Die kürzere .38-Special-Hülse hinterlässt nach vielen Schüssen einen Rückstandsring im Patronenlager oder in der Trommel. Reinige ihn, bevor du wieder .357 Magnum lädst.
Classic oder Trapper: die 1894 in .357 Magnum
Beide Büchsen verschießen dieselben Patronen, unterscheiden sich aber im Charakter. Die Classic hat laut Produktdaten einen kaltgehämmerten Lauf mit 18,63 Zoll, einen Schaft aus amerikanischem Schwarznussbaum und eine verstellbare Semi-Buckhorn-Kimme mit Messingperlkorn. Der Trapper ist mit 409 mm Lauflänge, also 16,1 Zoll, kürzer, trägt ein mattes Edelstahlfinish, einen Schichtholzschaft und eine verstellbare Skinner-Lochkimme. Dazu kommt ein Mündungsgewinde 1/2x28 mit Schutzkappe. Wer die Büchse oft bei Wind und Wetter nutzt, schätzt das wetterfeste Finish des Trappers; wer die klassische Westernoptik sucht, greift eher zur Classic.
.44 Magnum im Revolver und in der Büchse
Für die .44 Magnum gilt dasselbe Prinzip wie für die .357: Marlin nennt die .44 Special als kompatible Patrone für Büchsen in .44 Magnum. Die Marlin 1894 Classic in .44 Magnum fasst laut Produktdaten 10 Patronen .44 Magnum oder 11 Patronen .44 Special im Röhrenmagazin.
Beim Semi-Wadcutter lohnt sich hier ein zweiter Blick. In der Trommel eines Revolvers liegt jede Patrone für sich, im Röhrenmagazin einer Unterhebelbüchse liegen die Patronen dagegen hintereinander, die Geschossspitze der einen am Zündhütchen der nächsten. Marlin warnt deshalb vor spitzen Geschossen und vor Geschossformen mit scharfen Kanten, die unter dem Rückstoß wie ein Schlagbolzen wirken können. Weichkopfgeschosse und flexible Spitzen, die für Röhrenmagazine entwickelt wurden, gibt Marlin frei. Ob eine Sportladung mit scharfkantiger Schulter für deine Büchse geeignet ist, klärst du vorher anhand der Anleitung oder mit uns im Laden; im Zweifel verweist Marlin an seinen Kundendienst.
.45-70 Government für die Marlin 1895
Die .45-70 Government ist die größte Patrone in diesem Überblick. Die Sellier & Bellot .45-70 Government mit 405 grs Teilmantel verschießt laut Hersteller ein 26,2 g schweres Teilmantelgeschoss (SP) mit 460 m/s und 2772 J an der Mündung. Als Teilmantelgeschoss mit weicher Bleispitze zählt es zu den Weichkopfgeschossen, die Marlin für das Röhrenmagazin freigibt.
Die passende Büchse ist die Marlin 1895 SBL. Laut Produktdaten hat sie ein Röhrenmagazin für 6 Patronen, einen Edelstahllauf mit Mündungsgewinde 11/16-24, eine lange Picatinny-Schiene und eine Ghost-Ring-Visierung. Marlin weist in der Anleitung darauf hin, dass die Patronen den Industriestandard-Maßen der .45-70 Government entsprechen müssen. Wenn du die .45-70 jagdlich einsetzen willst, prüfst du die jagdrechtlichen Vorgaben von Bund und Land für die jeweilige Wildart.
| Kaliber | Patrone im Shop | Geschoss | Gewicht | Ladung laut Angabe | Passende Waffen im Shop |
|---|---|---|---|---|---|
| .38 Special | Fiocchi LRN TFL | Bleirundkopf | 158 grs | Standarddruck, ohne +P | Marlin 1894 Classic und Trapper in .357 Magnum |
| .44 Rem. Magnum | Fiocchi LSWC TFL | Blei-Semi-Wadcutter | 200 grs | ca. 390 m/s | Revolver in .44 Magnum; Marlin 1894 Classic .44 nur nach Prüfung der Geschossform |
| .45-70 Government | Sellier & Bellot SP | Teilmantel (SP) | 405 grs | 460 m/s | Marlin 1895 SBL |
Häufige Fragen
Kann ich in meiner Marlin 1894 in .357 Magnum auch .38 Special schießen?
Ja. Marlin gibt Büchsen der Reihe 1894 in .357 Magnum ausdrücklich für .38 Special und .38 Special +P frei. Im Röhrenmagazin passt mit der kürzeren Patrone meist eine Patrone mehr.
Wofür eignen sich Bleigeschosse?
Vor allem für Training und Präzisionsschießen mit Standardladungen. Sie schießen sich weich und stanzen je nach Form saubere Löcher. Dafür hinterlassen sie mehr Rückstände, Lauf und Trommel brauchen nach dem Schießen entsprechend Pflege.
Wer darf Revolver- und Büchsenpatronen kaufen?
Du brauchst eine Erwerbsberechtigung, etwa eine Waffenbesitzkarte mit der eingetragenen Waffe (§ 10 Abs. 3 WaffG) oder einen Munitionserwerbsschein. Für Jäger gelten bei Munition für Langwaffen Sonderregeln (§ 13 Abs. 5 WaffG); ob sie für Patronen gelten, die auch aus Revolvern verschossen werden, klärst du vorab mit deiner Waffenbehörde. Die Abgabe setzt ein Alter von mindestens 18 Jahren voraus (§ 2 Abs. 1 WaffG), der Versand geht nur an Adressen in Deutschland.
Beratung und Abholung in Kronberg
Unterhebelbüchsen und Revolver unterscheiden sich in Griff, Gewicht und Handhabung stärker, als es ein Datenblatt zeigt. In unserem Laden in Kronberg im Taunus kannst du dir die Marlin-Modelle nach Absprache zeigen lassen und mit uns klären, welche Laborierung zu deiner Waffe passt. Bestellungen kannst du dort mit deinen Papieren abholen. Mehr Auswahl findest du unter Unterhebelrepetierer und Munition.





